"these times are made for healing, gathering, celebrating, remembering, reconnecting, speaking up and creating something new"

Mein Nein 

Missachtet, ungehört, mit Füssen getreten, zur völligen Scham verbannt, gebrochen, zerbrochen, zerstört, ausgelacht, belächelt, überhört, zum Schweigen gezwungen. 

So weit, so fern, so unerreichbar 

Mein Nein  

Versteckt, verborgen, scheinbar für immer zum Schweigen gebracht, in tausend Schichten Scham gehüllt wie in Watte, wie ein Hall, unsichtbar verborgen, unter tausend Schichten Schmerz gehüllt in Peinlichkeit vergraben, verstopft,
scheinbar unerreichbar in seiner Natürlichkeit und weltverändernden Kraft. 

Wie wäre dieser Planet, wenn wir Frauen unser Nein wieder finden würden? 

Unter all diesen Schichten der Verwundung und der darübergelegten Scham. 

Tief aus Mutter Erde, tief aus der Verbindung zur großen Mutter, da strömt eine Kraft. Je mehr ich meine Wunden noch einmal ansehe, desto näher komme ich dieser Kraft. 

Sie strömt von Mutter Erde durch meine Wurzeln in mich hinein und nährt mich und erfüllt mich mit einer Kraft die weiß: 

Irgendwo da gibt es einen Ort in mir, der ist immer heil geblieben. Ich bin wunderschön und vollkommen mit all meinen Narben und Wunden. Ich muss mich nicht mehr verstecken. Verwundet darf ich meinen Rücken aufrichten und meinen Platz als Frau einnehmen. Tief verbunden mit meinem Körper und Mutter Erde spüre ich endlich wieder mein Nein. Grollend und unüberwindbar, voller Kraft, voller Liebe und schneidend klar. Es akzeptiert nur die Liebe. Es rückt die Dinge wieder an ihren Platz. Es schützt, es bewahrt, es ist heilig. 

Es ist das Nein für mich selbst. Das Nein für die Tochter. Das Nein für den Sohn. Es ist das Nein für Mutter Erde und alles Lebendige auf diesem Planeten. 

Es dringt tief aus Mutter Erde zu mir hervor. 

Wie wundervoll wäre dieser Planet wenn wir Frauen unser Nein und unsere Stimme wiederfinden würden.

Von Kathinka Maier.

Foto: Kathinka Maier