Weiblichkeit heilen

"These times are made for healing"







FrauWerden und FrauSein: Über Hilflosigkeit, Wut und Heilung. 

Und Freude, Kraft und Würde: SAY IT OUT, SO LAUT DU KANNST!

 

Von Katharina Sebert. Es ist 1977. Ich werde in diesem Jahr meinen elften Geburtstag feiern und alles ist mit einem Mal anders. Meine Brüste fangen an zu wachsen. Und als ob es die Vögel von allen Bäumen singen würden, geschehen mit einem Mal Dinge, die anders sind. Ich gehe zum ersten Mal alleine langlaufen und freue mich an der neuen Angstfreiheit, als ein Mann aus dem Wald neben der Loipe tritt, sich breitbeinig vor mich hinstellt, lapidar „es stört dich doch hoffentlich nicht, aber ich muss mal“ sagt, seine Hose öffnet und zwischen meine Ski pinkelt. So plötzlich wie er gekommen ist, verschwindet er wieder. Genauso wie der Mann in der völlig überfüllten S-Bahn auf der Münchner Stammstrecke zwischen Marienplatz und Hauptbahnhof, der neben mir hektisch hinter einer Plastiktüte herumfummelt und mir schließlich seinen erigierten Penis an den Bauch drückt, während ich mich an den Riemen meines Schulranzens festhalte.

 

Es wird Sommer und wir sind am Baggersee. Meine Großmutter, meine Mutter, mein Onkel und ein Freund von ihm. Die zwei Männer sprechen über meine sprossenden Brüste, ich will vor Scham im Boden versinken. Keine der anwesenden Frauen sagt etwas und als der Freund meines Onkels mit mir Achterbahn fahren will und ich nicht laut genug sage, dass ich nicht will, wird mir erwidert, ich solle mich nicht so anstellen und mitgehen. Wo seine Hände während der Fahrt bei mir landen, kannst du dir vorstellen. Und ich? In all dem erstarre und schweige ich, schlüpfe aus meinem Körper und weigere mich, zu fühlen, was ich fühlen sollte: Wut, Schreien, Nein! und Grenzensetzen. Dasselbe, als meine angeblichen Freundinnen in der S-Bahn meine Finger mit Absicht in eine der metallen-scharfkantigen Abteiltüren einquetschen und in unserer Schulklasse einen Zettel herumgehen lassen mit einer entwürdigenden Frage über mich und drei Kästchen zum Ankreuzen: Ja, Nein und Vielleicht. Nein, mit der will niemand was zu tun haben. Als der Zettel zuletzt zu mir kommt, wird mir heiß und kalt, mein Herz klopft mir bis zum Hals, ich will im Boden versinken und auf der Stelle sterben.

 

Ich sterbe nicht und doch. Ich bin Jahre davor gestorben und sollte erst Jahrzehnte später wieder ins Leben zurückkehren. Ich bin zum Jasagen, Freundlichsein und Unterordnen erzogen worden. Durch das Leben und meine Eltern. So dachte ich. Die drei Monate im Brutkasten mit schwerer Infektion und Nahtoderfahrung und eher unfreiwilliger Rückkehr ins Leben hatten mich gelehrt, dass weder Schreien noch Wimmern noch Winden vor Schmerzen hilft: Es kommt niemand und tröstet, hält, ermutigt oder wiegt mich. Alle sind vollauf damit beschäftigt, die vielen infizierten und sterbenden Neugeborenen notdürftig zu versorgen und unsere Eltern dürfen ihre Kinder nur durch die Glasscheibe an der Tür der Intensivstation sehen. Berührt werde ich nur zum Wickeln, die sonstige Versorgung läuft über eine Fontanelleninfusion. Also still sein. Durchhalten. Unsichtbar werden, hoffen und Reisen in die geistige Welt unternehmen, wo es so viel schöner ist als hier. Das bleibt mein Anker, auch als ich längst wieder daheim und ein sehr stilles und beobachtendes Kind werde. Die Welt fühlt sich gruselig, grausam und dunkel an. Ich finde es furchtbar und werde zu einer Glücksforscherin, denn eines ist mir klar: Hier geht es niemandem gut.

 

Nun werde ich also zu einer Frau und damit augenscheinlich zu einem Objekt begierlicher Übergriffe durch Männer und feindseliger Angriffe von und Unsolidarität zwischen Frauen. Wenn das Frausein ist, will ich das nicht, beschließe ich. Doch als meine Brüste groß und rund geworden sind und ich die Magie der Sexualität und Sinnlichkeit und vor allem die Macht meiner Reize spüre, spiele ich damit und fühle mich lebendig, stark und machtvoll. Ich werde zu einer Feministin, weil ich schon mit eineinhalb Jahren wusste, dass etwas grundlegend falsch daran ist, dass Frauen sich unterordnen und Männer das Sagen haben, wenn mein Vater nicht will, dass meine Mutter berufstätig ist und sich über ‚das Knöpfchendrücken‘, wie er die Haushaltsarbeit bezeichnet, lustig macht, dass meine Mutter finanziell abhängig ist und um einen Vorschuss von Haushaltsgeld bitten muss, wenn seine japanischen Geschäftsfreunde zum Essen bei uns waren. Ich kämpfe und wüte, diskutiere und verliere in all dem meinen Kontakt mit der geistigen Welt, mit meiner Wahrheit, meiner Feinfühligkeit und dem tieferen Sinn meines Lebens. Den Kontakt mit mir. Er kehrt zurück, als ich mit meiner wundervollen Tochter schwanger werde und ich wende mich endlich von der schmerzhaft seelenverachtenden Welt voller Schein und Gegeneinander ab und mir wieder zu. Dazwischen liegen gefühlte dreihundert Blasenentzündungen, Vaginalinfektionen, Tripper durch meinen Partner, der mit anderen Frauen während unserer Partnerschaft ungeschützten Sex hatte und eine Nierenbeckenentzündung, die so weh tat, dass ich das T-Shirt auf meiner Haut nicht ertragen konnte. Eine Blaseninfektion ist nach oben gewandert.

 

Neuer Partner, neues Glück, und meine Themen kommen mit: Als ich im sechsten Monat schwanger bin, kommt mein Partner morgens um sechs Uhr mit einem riesigen Knutschfleck am Hals nach Hause, er war noch etwas länger in dem Café geblieben, wo wir seine ehemalige Schulfreundin getroffen hatten, und ein Jahr später finde ich ihn in unserem Wohnzimmer mit meiner damals besten Freundin eng umschlungen auf der Matratze, als unsere Tochter nachts aufwacht und ich mich wundere, wo er ist. Was um Himmels willen ist bloß los? Beim ersten Mal laufe ich weinend durch die frühmorgendlichen Straßen, halte meinen Bauch, tröste meine Tochter in mir und wimmere vor Schmerz, dass ich ihr so viel Schmerz zumute. Beim zweiten Mal stelle ich mich mit meiner kleinen Tochter auf dem Arm neben die Gästematratze, die ich meiner Freundin bereitet hatte, damit sie nach dem schönen Abend zu dritt bei uns schlafen könne, teile den beiden mit, dass ich mich gewundert habe, wo er sei und gehe dann mit unserer kleinen Tochter wieder ins Schlafzimmer zurück. Der Schmerz hat mich taub werden lassen, noch nicht einmal mehr Trauer ist da, geschweige denn Wut und die Kraft, etwas zu verändern. Ich füge mich auf eine Art und zahle es ihm heim. Als ich für eine Woche verreise, lerne ich einen Mann kennen und knutsche mit ihm herum. Widerlich ist es und ich ekle mich vor mir selbst.

 

Ich betäube mich durch intensive Arbeit, beende mein Studium mit Auszeichnung und mache in einem großen Unternehmen Karriere. Die Trennung hinter mir, bin ich zu einer Alleinerziehenden geworden und meine Tochter ist glücklicherweise mit einem starken Willen und Durchsetzungskraft ausgestattet und auch in mich kehrt all das zurück. Sie lehrt mich Klarheit, Mitgefühl und Liebe, Sehnsucht, Hoffnung und Sinn. Sie ist ein Geschenk des Himmels. Und auch das Leben hilft mir. Das tut es eigentlich schon die ganze Zeit, doch ich habe es nicht bemerkt. Ich höre den Vortrag einer Heilpraktikerin, die Menschen darin begleitet, ihren ganz eigenen Weg zu gehen. Eine Flamme entzündet sich in mir, eine brennende Fackel, ein Licht, das die alles entscheidende Wende, die lang anstehende Transformation und Heilung einleitet: Ich weiß mit einem Mal DAS WILL ICH AUCH! und mache mich fieberhaft an die Verwirklichung. An meinem ersten Schultag in der Heilpraktiker*innenschule ist mein Vater gerade acht Wochen tot. Ich hatte ihm erzählt, dass ich vorhabe, mein Leben radikal zu verändern und meinem Herzen zu folgen und er hat mich beglückwünscht und das Universum will wissen, ob ich es wirklich ernst meine: Nach seinem Tod erlebe ich eine Todessehnsucht, die stärker ist als je zuvor. Glücklicherweise YES, I DO! In einer Familienaufstellung sagt mir der Stellvertreter meines Vaters, dass ich bleiben solle, weil viel Gutes geschehen will. Auf dem Nachhauseweg weine ich. Es wird mir bewusst, dass ich dabei bin, mich in das Leben zu gebären, eigentlich zum ersten Mal wirklich. Von da an sauge ich alles auf, als ginge es um mein Leben und das tut es. Ich bin kurz vor meinem fünfunddreißigsten Geburtstag und mit einem Mal macht alles Sinn, laufen die Fäden zusammen, erkenne ich den Teppich an dem ich webe und insbesondere denjenigen, den ICH WIRKLICH WEBEN WILL.

 

Heilung wird zu meiner Leidenschaft. Mir wird klar und durch meine Patient*innen immer noch klarer, wie wir alle ringen. Ich lebe in tausend Fragen, auf die mir noch viel mehr Antworten und weitere Fragen geschenkt werden. Warum werden wir verwundet? Wie können wir diese Wunden heilen und wie können Wunder daraus wachsen? Was haben unsere Wunden mit unserer Seelenmedizin zu tun? Was haben sie mit unserem Vermächtnis aus anderen Leben zu tun? Warum? Was? Wie? Aaaaaaahhhh, ich blühe auf in diesem Forschen und Fährtenfolgen. Alles alles alles fügt sich zu einem großen wundersamen Mosaik, in dem jedes Steinchen Sinn und Tiefe hat, mit allen anderen Teilen verbunden ist und mit ihnen gemeinsam das große Bild ergibt. Eine innere Lehrerin kommt an meine Seite, bildet mich fortan aus, führt mich durch Rituale und Zeremonien, zeigt mir Hintergründe, gibt mir Botschaften, Hinweise und Führung. Wenn ich Menschen begleite, sehe ich ihre Themen und Geschichten, deren Wurzeln und was heilsam, unterstützend und nährend ist. Eines fügt sich zum anderen und mir wird bewusst, dass Menschsein zwar verbunden ist mit Schmerz, aber nicht zu Leid führen muss, dass Freude unser Urzustand ist, genauso wie Geborgenheit und Urvertrauen, und dass alles immer zu uns spricht und wir in allem ständig den Spiegel vorgehalten bekommen, um zu erkennen, ob wir unserem heiligen Medizinpfad folgen oder nicht. Und während ich das jetzt schreibe, wird mir bewusst, WAS für ein Weg das für jede und jeden von uns ist, was für ein großer und würdevoller Weg des Menschseins und der Menschwerdung.

 

Eine Kollegin hat einmal gesagt, dass sie nicht verstehe, warum ich immer alles in die Heilung bringen wolle und dass einfach manches auch im Leid bleiben dürfe. Damals konnte ich darauf nur antworten, dass in mir etwas weiß, dass es möglich ist. Inzwischen habe ich lange genug geforscht und vor allem konkret erfahren, um in aller Klarheit sagen zu können: Es muss nichts im Leid bleiben, wir können ausnahmslos alles heilen und tatsächlich sind wir genau dafür gekommen. Unsere Seele wünscht sich nichts anderes, als dass wir Erfahrungen aller Art machen – natürlich auch schmerzhafte – und dass wir sie machen, um zu wachsen, zu lernen und zu weiten. Das geschieht, wenn wir sie in guter Weise für uns und alle Beteiligten vollenden.

 

Als meine Seele anfing, mich in meine früheren Leben zu tragen, war sie anfangs vorsichtig und führte mich nur in jene Leben, wo ich zu Gutem beigetragen habe, meine Wahrheit verwirklicht und mit einem Vermächtnis an Heilsamem und Nährendem gestorben bin. Dann tauchten Leben auf, in denen ich Opfer von Ausschluss, Folter und Mord geworden bin und schließlich diejenigen, in denen ich selbst verurteilt, geköpft, zerhackt, getötet, zerstört und hasserfüllt im Blutrausch amoklaufend Massenmörder und Vergewaltiger gewesen bin. Immer mehr fügte sich eines zum anderen. Meine Selbstliebe wuchs mit dem Mitgefühl, das ich mit mir und anderen hatte und je mehr ich mir für all die Gräueltaten vergeben konnte, die ich anderen und andere mir angetan haben. Es wurde mir bewusst, dass wir alle an allem beteiligt sind, was geschieht und was wir erschaffen, und dass es für das Universum und unsere Seele nur Ursachen und Wirkungen und menschliche Erfahrungen gibt. Nicht mehr und nicht weniger. Da gibt es kein Urteil und Verurteilen, kein Bewerten und Abwerten oder Aufwerten.

 

Doch wir – und das ist die wichtigste Erkenntnis, die ich auf diesem Weg gewinnen durfte – und unsere menschlich-irdisch-dualen Vorstellungen und Konzepte von ‚gut‘ und ‚böse‘, ‚richtig‘ und ‚falsch‘ sehen das sehr anders. Die Welt in dem katastrophalen Zustand, in der wir heute leben, haben wir alle gemeinsam in dieser Weise erschaffen. Hier liegt der Ursprung aller Ängste, Schuld- und Schamgefühle und die wiederum führen dazu, dass wir uns ‚falsch‘, ‚schlecht‘, ‚böse‘ und ‚nicht genug‘ fühlen und uns Situationen erschaffen lassen – und jetzt kommt der Schlüssel zur Heilung –, die uns diese Wunde aufzeigen, deutlich und bewusst machen. Es beginnt damit, dass wir für unsere Reinkarnation eine Familie wählen, deren Lebensrucksäcke ähnliche unvollendete Erfahrungen beinhalten wie unserer. Ich habe staunend und demütig lernen dürfen, dass wir eine Familie und später Partner*innen wählen, die uns am allerdeutlichsten das eigene Vermächtnis aus anderen Leben, die eigenen Schatten und unerlösten Themen spiegeln. Zugegebenermaßen tut das weh und das soll es ja auch, denn wie sonst könnte uns unsere Seele darauf hinweisen, wo wir noch in einer Illusion leben, anstatt in unserer Wahrheit.

 

Warum Illusion? Weil die Wahrheit immer nährend ist, wohltut und aufrichtet, erhebt, ermutigt und stärkt. Solange wir uns schuldig fühlen, schämen und Ängste haben – wovor auch immer – ist das ein Hinweis, dass wir eine Erfahrung in der Vergangenheit noch nicht zu einem guten Ende gebracht haben und dass wir etwas glauben, was definitiv nicht der Wahrheit entspricht. Weder der Wahrheit über uns, noch über das, was geschehen ist. Das Ende ist erst dann da, wenn es für alle gut ist, und Heilung kennt keine Grenzen in Raum und Zeit. Sie geschieht, sobald wir bereit sind. Erst wenn es für alle gut und in Friede ist, sind wir wieder mit der Wahrheit verbunden und hören endlich auf, uns zu sabotieren, indem wir lieber leiden als zu lösen und uns Gnade verwehren, weil wir uns ihrer nicht würdig fühlen.

 

Ich habe erkannt, dass es drei Schlüssel für Heilung gibt und dass Heilung Friede, Kraft, Würde, Stärke, Freude und Lebendigkeit bedeutet, und letztlich wahres Menschsein: Ich bin menschlich, du bist menschlich, wir alle kommen mit einer wilden Vergangenheit in dieses wundervoll abenteuerliche Leben, um auf dieser Reise im Herzen weit, im Lieben tief, im Genießen langsam und bewusst, im Grenzensetzen und den-eigenen-Mutterboden-Nähren radikal klar, und im Leben vertrauensvoll, offen und neugierig zu sein. Die drei Schlüssel dazu sind Selbsterkenntnis, Eigenverantwortung und Selbstliebe.

 

Als bei meiner Nahtoderfahrung das Sterben nicht geklappt hat, was ich mir gewünscht hätte, habe ich daraus geschlossen, dass sie mich nicht einmal in der geistigen Welt wieder haben wollten. Mit all den Erfahrungen, die ich oben beschrieben habe, und vielen anderen mehr, wuchsen Scham und Schuldgefühle in mir, der Gedanke, nicht richtig und falsch zu sein, sowie Ängste vor dem Leben und davor, dass sich – wenn ich mich wirklich zeigen würde – ein riesengroßer Abgrund auftun und mich verschlingen würde. Es fühlte sich existenziell gefährlich an und tatsächlich gab es in mir von Anfang an die Überzeugung böse zu sein, die zwar durchaus damit zusammenhängen kann, dass ich meinen Lebensweg als Drilling in der Gebärmutter meiner Mutter anfing und überlebende Mehrlinge nahezu immer sich selbst die Schuld an deren Tod geben, doch das wäre zu kurz und zu eindimensional gedacht gewesen. Ich konnte auch aus diesem Grund keine Grenzen setzen und nicht laut und deutlich nein sagen, weil etwas in mir wusste, dass es auf eine Art ‚ein Ausgleich‘ war, was in diesem Leben geschah und mein lautstarkes Protestieren gegen patriarchale Männermacht und deren Überrepräsentation in Medien, Büchern, Gesprächen und entscheidenden Positionen zeigte mir auf, wo ich meine (mir natürlich unbewussten) Scham- und Schuldgefühle auf andere projizierte, indem ich sie Täter nannte und mich in die Opferposition begab. Keine angenehme Erkenntnis, aber aufweckend.

 

Was nun also? Radikale Selbsterkenntnis, Eigenverantwortung und Selbstliebe. Das ist, was in kurzen Worten zusammengefasst, mein ganzes Leben, meine Sichtweise auf die Dinge, mein Sein und Wirken vollkommen verändert hat, was mich in die allertiefste Selbstliebe gebracht hat, von der ich nie zu träumen gewagt hätte, was mich befreit hat und immer wieder befreit, wenn sich eine weitere Schicht zeigt, die noch über meiner Wahrheit als Erinnerung an meine Vergangenheit und deren Heilung liegt. Freudvoll, verbunden, lebendig und frei, so lebe ich heute und weiß, dass jegliches Leid einer Illusion entspringt, die ich achtsam, entschieden und liebevoll in den Garten der Wahrheit tragen kann. Jede ist ein weiterer Same meiner Entwicklung, meines Gedeihens und meiner Entfaltung und ich bin unendlich dankbar und neugierig für alles, was war, ist und noch kommen wird. Das Leben ist gut, das habe ich auf diesem Weg gelernt, es ist so gut!

 

Ich entzünde eine Kerze in mir. 
Sie brennt ruhig, warm und golden und schenkt mir Geborgenheit und Vertrauen.
Ich lege die Hände auf meinen Bauch und atme ruhig und sanft in mein Herz ein und aus.
Ich lade meine Ahninnen und Ahnen, meine Freunde und Begleiter*innen der geistigen Welt 
und die Urquelle allen Seins und Lebens ein.

 

Es tut mir leid, dass ich diese Situation erschaffen habe.
Sie tut mir und allen Beteiligten weh.
Sie erschafft Schmerz, Trennung und Leid.
Ich nehme wahr, dass ich und alle Beteiligten leiden
und weiß tief in mir, dass Leid nicht unserer Wahrheit entspricht.
Es tut mir leid, dass wir in dieser Situation nicht unsere Wahrheit gelebt und verwirklicht haben.

 

Ich vergebe mir, dass ich diese Situation erschaffen habe.
Ich vergebe mir, dass ich zu einem Opfer wurde und damit zu einer Täterin an mir selbst.
Ich vergebe mir, dass ich zu eine*r Täter*in wurde und andere zu Opfern gemacht habe. 
Tief in mir habe ich mich dafür schuldig gesprochen und geschämt.
Tief in mir und anderen habe ich damit Ängste geschürt: 
Ängste, die andere und ich vor mir als Täter*in haben.
Ängste, dass auch mir zustoßen könnte, was ich anderen angetan habe.
Ängste und Scham, dass so etwas wieder geschehen 
und ich wieder Opfer oder Täter*in werden könnte.
Ängste, Schuldgefühle und Scham, dass ich falsch, nicht genug und nicht richtig sei,
dass ich es ‚verdient‘ haben könnte, was geschehen ist.

 

Ich liebe mich und nehme mich vollständig an, auch wenn ich diese Situation erschaffen habe.
Ich nehme meinen Schmerz wahr, den Kummer, die Not und das Leid,
das für mich und andere daraus entstanden ist,
und umarme, halte und wiege mich mitfühlend mit all dem.
Ich bin durch viel hindurchgegangen. Ich liebe mich.
Ich empfinde tiefes Mitgefühl für mich und akzeptiere alle Umstände, 
die mich diese Situation haben erschaffen und erleben lassen.
Ich liebe mich. Jetzt bin ich bei mir und verlasse mich nicht wieder.
Jetzt bin ich da und liebe mich mit allem, was war und ist und zu mir gehört.
Ich liebe mich, ich liebe mich, ich liebe mich.
Ich höre auf, mich zu verurteilen und liebe mich.
Ich höre auf, mich falsch, böse und schlecht zu fühlen und liebe mich.
Ich höre auf, mich zu schämen und liebe mich.
Ich höre auf, meinen Ängsten zu glauben und liebe mich.
Ich liebe mich, auch wenn ich diese Situation erschaffen habe.
Ich liebe mich, auch wenn ich mich dafür schuldig gesprochen habe.
Ich liebe mich, auch wenn ich mich dafür geschämt habe.
Ich liebe mich.

 

Ich bin dankbar, dass sich diese Situation jetzt entfaltet und heilt,
und begrüße dankbar die Gnade und Heilung
Ich erkenne, dass diese Situation dadurch heilen darf, dass ich mir ihrer bewusst werde.
Ich habe Anteil an dieser Situation und kann dies dafür nutzen, sie zu heilen.
Ich bin nicht ohnmächtig. Ich bin ein*e Schöpfer*in.
Ich trage jetzt dazu bei, dass diese Situation heilt.
Mein Schmerz zeigt mir, dass ich noch nicht ganz wieder in meiner Wahrheit bin.
Ich danke dem Schmerz, dass er mir den Weg in meine Wahrheit zeigt.
Ich öffne mich für Gnade, indem ich mir meines Anteils an der Situation bewusst werde
und diesen Anteil liebevoll anerkenne, umarme und integriere.
Ich öffne mich für Gnade, indem ich mir für meinen Anteil an dieser Situation vergebe.
Ich öffne mich für Gnade, indem ich allen Wesen und Umständen vergebe,
die an dieser Situation beteiligt sind.
Ich öffne mich für Gnade, indem ich mich bedingungslos annehme,
mir meine Scham, Schuldgefühle und Ängste vergebe und mich liebe.
Ich öffne mich für Gnade, indem ich meiner Seele danke,
dass sie mir durch diese Situation Bewusstwerdung, Erkenntnis und Heilung schenkt.
Ich öffne mich für Gnade, indem ich mir danke, dass ich all diese Erfahrungen gewählt habe,
um zu wachsen, zu weiten, zu heilen,
ein wahrer Mensch zu werden, meine Wahrheit zu leben und meine Medizin zu verwirklichen.
Ich öffne mich für Gnade durch mein tiefes Mitgefühl mit mir und anderen.

 

Danke. Danke für die Heilung. Danke für die Transformation. Danke für das Wunder.
Danke, dass ich lebe, überlebt habe und so viele Male geblieben bin,
auch wenn es unerträglich schwierig und aussichtlos schwer schien.
Danke, dass ich immer wieder aufgestanden bin, wenn ich gestrauchelt und gestürzt bin.
Danke, dass ich jetzt liebevoll und mitfühlend an meiner Seite bin,
auch wenn ich mich vielleicht viele Male zuvor verlassen habe.
Danke, dass es mich gibt. Ich bin ein Segen und mein Leben ein Geschenk.
Danke, dass meine Geschichte und meine Heilung andere ermutigen kann.
Danke, dass das Leben immer an mich geglaubt und mich nie aufgegeben hat.
Danke, dass ich wieder an mich glaube und mir die beste Freundin bin.
Danke, dass das Universum immer freundlich war, 
auch wenn es sich für mich so nicht immer anfühlte.
Danke, dass ich immer geführt, behütet und beschützt war und bin.
Danke, dass Gnade mein Leben durchflutet.
Danke, dass ich hier sein darf.
Danke, danke, danke. DANKE.

 

Ein Licht brennt in mir. 
Es brennt ruhig, warm und golden und schenkt mir Geborgenheit und Vertrauen.
Meine Hände liegen auf meinem Bauch und ich atme dankbar und sanft in mein Herz ein und aus.
Ich fühle meine Ahninnen und Ahnen, meine Freunde und Begleiter*innen der geistigen Welt 
und die Urquelle allen Seins und Lebens an meiner Seite. 
Das Leben ist gut.

 

Dieses Licht in mir lässt mich heute Menschen darin begleiten, ihre Vergangenheit in diesem und früheren Leben für sich und alle Beteiligten zu einem guten Abschluss zu bringen, um in der Gegenwart ihre Wahrheit zu leben, ihr Potenzial zu entfalten und freudvoll-lebendig die zu sein, die sie sind. Ich schreibe über all das, was ich lernen durfte und vor allem darüber, dass wir in einem freundlichen Universum leben und wie wir seine Botschaften verstehen können, dass und wie wir heilen können, dass wir machtvolle Schöpfer*innen sind und wie wir diese Kraft ein- und umsetzen können zum Wohl aller Wesen. Ich trage dazu bei, dass Menschen wieder erkennen – so wie ich – dass die Welt nicht gruselig und dunkel ist, sondern farbenfroh, vielfältig und unendlich wertvoll und kostbar, und wie wir sie und das hüten können, was nie von der Erde verschwinden darf, inklusive all das Wundervolle in uns. Ich trage zu Schwesternschaft und Frauenmiteinander bei. Ich lehre und lebe Kreis, weil wir darin nicht nur direkt erfahren, dass wir alle verbunden und ähnlich sind, sondern Ermächtigung, Ermutigung und Unterstützung, alles zu leben, was unser Potenzial und unsere Medizin ausmacht. Ich engagiere mich für Heilung, Friede und Verbundenheit in uns, zwischen den Geschlechtern und allen Menschen, für das Schöne, Gute und Wahre in unserer Welt, und wie wir es zum Wachsen, Grünen, Blühen, Gedeihen, Früchtetragen und Samenausbringen bringen können. Ich lehre die großen Gesetzmäßigkeiten des Universums, erinnere das alte Wissen und welche Kräfte an unserer Seite und in uns wirken, die zu Gnade für und durch uns beitragen. Ich nehme meinen Platz auf Großmutter Erde ein und trage zu ihrer Schönheit, ihrer Heilung und der Heilung ihrer Kinder bei. Ich liebe das Leben und bin unendlich dankbar, hier zu sein.


Ich danke meinen Eltern und meiner Familie, dass sie mich eingeladen und mir dieses Leben geschenkt und ermöglicht haben – danke danke danke aus tiefstem Herzen für alles, liebe Mama, lieber Vater, liebe Christine und alle, die ihr vor uns wart! Ich danke mir und freue mich unbeschreiblich, dass ich gekommen bin. Ich danke allen Menschen, Wesen, Kräften, Begebenheiten und Umständen, die mir meine mitgebrachten erlösten und unerlösten Themen aus der Vergangenheit gespiegelt und bewusst gemacht haben und machen. In und mit meinem Wirken danke, liebe und ehre ich euch mit den Wundern, die aus dieser Gnade für mich, alle Beteiligten und Wesen erwachsen. Was ist das Leben für ein reicher Segen, was bin ich dankbar, hier zu sein!  – Ich verneige mich demütig.

 

Fällt dir der Zusammenhang zwischen meinen Wunden und Verletzungen und den Wundern auf, zu denen ich heute beitragen darf? 
So ist es gedacht bei allen von uns. Ich segne das Leben, die Liebe, das Erwachen, die Freude, die Schönheit, die Wahrheit und die Gnade. 
SAY IT OUT, SO LAUT DU KANNST, diese Botschaft ist so gut! Danke danke danke!








Foto: Katharina Sebert

Zur Autorin: Katharina Sebert ist Heilpraktikerin, Wegbegleiterin, Lehrerin, Autorin, Heilungs- und Friedensaktivistin, Lebens-, Liebes-, Glücksforscherin und allzeit Lernende beim Zentrum für Tiefenheilung ‚In guten Händen‘ (www.in-guten-Haenden.com). Sie bietet Heilungs- und Ermächtigungs-Kreise, -Seminare, -Ausbildungen und Urmuttercamps für Frauen an, hat das Format des WildgansFrauenFlugKreises entwickelt und bildet Frauen zu Kreisleiterinnen aus. Sie kommt zu dir in deine Stadt und in deinen (Frauen)Kreis, wenn der Weg nach München zu weit ist, und versendet monatlich einen kostenlosen Inselbrief, den man auf ihrer Webseite abonnieren kann. Dort kann man auch die ‚Botschaftenkarten der Liebe‘ ziehen.

Ihr Fokus ist Heilung in der Tiefe der Seele, wo wir wieder erinnern, wer wir wirklich sind, bereit sind, alle Schatten zu integrieren und unsere wahre Schönheit, Größe und Würde zu leben, um SchöpferInnen und HeldInnen unsers Lebens und Wirkens zu sein – zum Wohle von uns und allen Wesen, denn erst dann fühlen wir uns in uns, im Leben, in der Welt und im Universum in guten Händen.

Katharina Sebert hat die Urmutter-Methode® entwickelt, eine Tiefenheilungsmethode zur Erlösung unbewusster Lebens- und Glaubensmuster, und begleitet Menschen telefonisch, aus der Ferne und vor Ort auf ihrem Heilungs-, Erinnerungs-, Bewusstseins- und Medizinpfad: „Unser Wirken dient der Liebe und Vergebung, der Erinnerung und Heilung, der Gemeinschaft aller Wesen und dem Weltfrieden.“

Des Weiteren ist Katharina Kreiskoordinatorin bei Gather the Women Global Matrix™, einer weltweiten Schwesternschaft, die Frauen verbindet, indem sie in Kreisen zusammenkommen. Frauen aller Himmelsrichtungen, Kulturen, Traditionen, Länder, Altersstufen, Hautfarben, Erfahrungen und Kompetenzen, die Hand in Hand, Herz an Herz und Schulter an Schulter stehen, einander bekräftigen und ermutigen, sich in ihrer ganzen Größe, Würde, Schönheit, Weisheit und Kraft zu zeigen, und gemeinsam für eine friedvolle, verbundene und lebensunterstützende Welt ein- und aufstehen.

– Anfragen, Infos und Terminvereinbarung unter Katharina@in-guten-Haenden.com